Einen Hund aus dem Ausland mitbringen – so geht’s

Einen Hund aus dem Ausland nach Deutschland mitbringen – davon träumen jährlich tausende Reisende. Doch welche Regeln gibt es beim Import zu beachten? Wir haben Dir eine Checkliste zusammengestellt.

Häufig passiert es, dass man sich im Ausland in einen Hund verliebt. Man möchte ihn oder sie unbedingt mitnehmen und nicht zurücklassen. Viele Reisende scheuen jedoch den behördlichen Aufwand.

Doch eine Adoption ist keine Unmöglichkeit: Laut des Deutschen Tierschutz­bundes e.V. werden jährlich knapp eine halbe Millionen Hunde aus dem Ausland nach Deutschland mitgebracht.

Bevor Du Dich allerdings dazu entscheidest, diesen Schritt zu gehen, solltest Du bedenken, dass sehr viel Arbeit auf Dich zukommt. Denn diese Hunde kommen oft von der Straße und sind nicht unter Menschen groß geworden. Oft fühlen sich diese Hunde am Anfang in geschlossenen Räumen sehr unwohl. Sie sind weder stubenrein, noch wissen sie immer, wie sie sich gegenüber Menschen verhalten sollten.

Einen Hund aus dem Ausland mitbringen

Einen Hund aus dem Ausland mitbringen

Wie sieht die Gesetzeslage beim Hunde-Import aus?

Der deutsche Zoll sieht mehrere Regularien vor, die bei der Einreise (Import) oder nach dem Urlaub (Wieder-Einreise) aus einem Nicht-EU-Land eintreten. Diese dienen insbesondere dazu, Krankheiten wie Tollwut nicht in die Europäische Union einzuschleppen.

Welche Dokumente muss ich bei der Einreise mit dem Hund vorweisen?

Falls der Hund ursprünglich aus der EU stammt, musst Du einen EU-Heimtierausweis vorweisen können. Ermächtigte Tierärzte dürfen diesen ausstellen.

EU Heimtierausweis

Bild 1: EU Heimtierausweis

Stammt der Hund aus einem Nicht-EU-Staat, benötigt er eine Veterinärbescheinigung. Diese bekommst Du beim Amtstierarzt.

Auf diesen Dokumenten muss die Mikrochipnummer oder die Tätowierung Deines Hunde eingetragen sein. Der Mikrochip ist verpflichtend für alle Hunde, die ab dem 03.06.2011 gekennzeichnet wurden. Anhand des Chips und der Dokumente lässt sich die Identität des Hundes feststellen.

Welche Impfungen benötigt der Hund?

Der Hund benötigt eine gültige Tollwutschutzimpfung. Wenn Du aus einem Nicht-EU-Staat einreist, ist auch meistens ein Bluttest (der “Tollwutantikörpertest) verpflichtend.

Hierbei ist wichtig zu beachten: Zwischen des Zeitpunktes des Bluttests und der Einreise in die Europäische Union müssen mindestens drei Monate Wartefrist liegen. Am besten führst Du immer alle Impfpapiere mit.

In anderen Ländern gibt es unterschiedliche Impf-Praktiken oder auch ungewöhnliche Krankheitserreger. Daher solltest Du vor allem in den ersten Wochen nach der Einreise die Gesundheit Deines Hundes ganz genau im Blick behalten.

Wieviele Hunde darf ich aus dem Ausland mitbringen?

Du möchtest gleich mehrere Hunde adoptieren? Der deutsche Zoll sieht vor, dass maximal fünf Tiere eingeführt werden dürfen. Wenn Du mehr Hunde mitbringen möchtest, gelten die Handelsbedingungen der EU. Das wird dann komplizierter.

Wer kann mich beim Hunde-Import unterstützen?

Im Prinzip lässt sich die Einfuhr eines oder mehrerer Hunde selbst organisieren. Es ist zu empfehlen, sich zusätzlich den Rat eines Tierarztes zu holen. Dadurch kannst Du sicherstellen, dass die oben genannten Dokumente und Impfungen aktuell sind.

Zusätzlich gibt es Organisationen, die ausländische Hunde vermitteln und/oder Dich beim Import unterstützen. Hier gelten unter anderem der ProTier e. V. oder der Deutsche Tierschutzbund e. V. als seriöse Adressen.

Vorsicht: In vielen Ländern werden süße Welpen oder auch ausgewachsene Hunde am Straßenrand verkauft. Die Verkäufer setzen bewusst auf das Mitleid der Menschen, die diese Hunde “retten” möchten. Die Hunde werden teilweise für einen vergleichsweise günstigen Preis von knapp 50 Euro verkauft. Häufig besitzen diese Hunde jedoch keine offiziellen Dokumente und/oder sind bereits sehr krank.

Daher informiere Dich unbedingt vorher bei den lokalen Tierärzten, um die unseriösen Tierhändler nicht zu unterstützen. Hier gibt es Infos zu den 8 Fallen beim Welpenkauf (hier klicken).

Wie lange dauert die Planung eines Hunde-Imports?

Vor der Einreise in die Europäische Union muss ein Bluttest vorliegen. Da dieser drei Monate vor der Einreise stattgefunden haben muss, empfehlen wir drei bis vier Monate vorher mit der Planung zu beginnen. Natürlich gilt auch hier, je eher desto besser.

Was ist beim Flug mit einem Hund zu beachten?

Für Hunde ist ein Flug kein alltägliches Ereignis. Auch für robuste Hunde kann ein Flug eine ernste psychische Belastung und Stress darstellen genau wie beim Menschen auch. Viele Tierärzte empfehlen daher, für die Reise lieber auf das Auto umzusteigen.

Wenn das Herkunftsland des Hundes jedoch weit weg liegt, ist das Auto keine ernsthafte Alternative. Daher haben wir hier noch einige Tipps für die Flugreise mit Deinem Hund:

  • Die Regularien für Flüge mit Hunden sind stark abhängig von der Fluggesellschaft. Alle “großen” Fluggesellschaften bieten einen Service an, der meistens einige Euro Aufpreis kostet. Einige Airlines gelten als sehr tierfreundlich, andere wiederum nicht. BItte informiere Dich darüber ausreichend.
  • Üblicherweise dürfen kleine Hunde bis zu 5-7 kg mit in die Passagierkabine. Sie gelten dann als Handgepäck.
  • Große Hunde müssen als “Sondergepäck” aufgegeben werden. Die Vierbeiner verbringen die Reise dann im Frachtraum.
  • Alle Hunde müssen in einer Transportbox (auch “Flugbox” genannt) untergebracht sein.
  • Wir empfehlen Dir, Deinen Hund einige Stunden vor Abflug zu füttern. Welcher Hund möchte schon den gesamten Flug in einer Box mit potentiellen Fäkalien sitzen?
  • Ein kleiner Trick: Fülle statt Wasser Eiswürfel in den Napf. Dann sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass beim Einladen das Wasser verschüttet wird. Nachdem die Eiswürfel geschmolzen sind, kann Dein vierbeiniger Freund trinken.
  • Nimm lieber Direktflüge ohne Umstieg. Das erspart Dir organisatorischen Aufwand und Deinem Hund zusätzlichen psychischen Stress.

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