Die 9 Todsünden in der Hundeerziehung

Hundeerziehung ist für viele Hundebesitzer eine große und oft sehr nervenaufreibende Herausforderung. Am Anfang sind viele noch motiviert. Wenn sich aber zeitnah oder über einen längeren Zeitraum keine Erfolge verzeichnen lassen, sind die meisten frustriert, erschöpft, unmotiviert und geben vorzeitig auf. Wie fatal dies ist, zeigt sich oft im Alltag: Der Hund hört nicht, bellt, rebelliert und beansprucht alles für sich.

Hund und Frau am See

Gutes Team

Ob deine Hundeerziehung erfolgsversprechend ist oder nicht, ist von vielen, allerdings oft unterschätzten und unterbewussten Faktoren abhängig. Daher haben wir Dir die 9 schlimmsten Fehler in der Hundeerziehung zusammengestellt:

# 1: Vermenschlichung

Wichtigste Regel: Dein Hund ist kein Mensch! Natürlich ist er ein vollwertiges Familienmitglied. Allerdings muss es eine Rangfolge geben, die es auch unter Hunden gibt. Dein Hund muss wissen, dass er unter Dir (und allen anderen Familienmitgliedern) steht und Du der Rudelführer bist. Ansonsten kann ein Dominanzverhalten des Hundes drohen, welches sogar gefährlich werden kann. Die Rangordnung kannst Du schon durch Kleinigkeiten klarstellen, z. B., indem DU zuerst durch die Türschwelle trittst, wenn ihr das Haus verlasst.

Und: Die Hundeerziehung beginnt sofort, d. h., an dem Tag, an dem Dein neuer Begleiter zu Dir kommt und keinen Tag später!

# 2: Die falschen Signale

Dein Hund achtet nicht nur auf deine Mimik und Gestik, sondern auch auf Deine Worte und Deine Stimmlage. Wenn Du wütend, unsicher und wild gestikulierend “Komm her!” rufst, kannst Du lange auf Deinen Hund warten. Stattdessen solltest Du ruhig und bestimmt die Kommandos geben und Deinem Hund keinen Raum für Missverständnisse und Fehlinterpretationen geben. Nur wenn Gestik, Mimik, Worte und Stimmung alle das gleiche sagen, wird er Dich verstehen.

# 3: Wiederholungen

Dein Hund ist nicht schwerhörig. Wenn Du deinen Hund ständig rufst und immer wieder mit wiederholenden Kommandos auf ihn einredest, wird er irgendwann “abstumpfen”. Angenommen, Du führst deinen Hund bei Fuß und sagst ständig “Bleib, bleib, bleib”. Wenn Du es plötzlich nicht mehr sagst, ist es sehr wahrscheinlich, dass dein Hund dies als das Kommando “lauf” deutet. Wenn er ein Kommando kennt, dann genügt ein einziges Wort. Alle anderen Zusätze (z. B. auch ein Bitten und Betteln) untergraben Deine Autorität.

# 4: Inkonsequenz & Nachlässigkeit

Konsequenz ist das A & O. Wenn dein Hund zum Beispiel nicht aufs Sofa soll, dann hat er dort NIE etwas zu suchen. Auch nicht, wenn Dir abends nach kuscheln ist und Du ihn so gerne mit auf dem Sofa liegen hättest. Kein Hund wird verstehen können, warum er in einem Moment auf das Sofa darf und im anderen Moment nicht mehr. Auch andere Familienmitglieder müssen sich an zuvor festgelegte Regeln halten. Darüberhinaus solltest Du Gelerntes immer wieder festigen, vertiefen und darauf aufbauen, andernfalls gerät hart Erarbeitetes schnell in Vergessenheit.

# 5: Bestechung

Viele Hundebesitzer machen den Fehler, ihren Hund immer wieder mit Leckerlies zu belohnen. Und Hunde sind nicht dumm: Natürlich machen sie für Leckereien vorbildlich Sitz und Platz. Aber schau mal, was passiert, wenn Du es plötzlich ohne Leckerlies versuchst. Außerdem: Sitz und Platz ist das kleine 1 x 1. Die Königsdisziplin: Einen Hund mit Jagdtrieb zurückrufen. Da werden Leckerlies kaum helfen.

# 6: Schlechtes Timing

Viele Hundebesitzer machen den Fehler und reagieren zu spät: Du solltest (schon bevor Dein Hund die Gelegenheit hat) erkennen, dass er sich zum Beispiel entfernen möchte. Durch einen kurzen Kommando nimmst Du ihm diese Entscheidung ab. Auch Belohnung wird oft zu spät eingesetzt. Diese sollte unverzögert auf eine positive Handlung Deines Hundes erfolgen, sei es in Form von nettem Lob, Streicheleinheiten, einer kleinen Spieleinheit oder auch (aber bitte sparsam einsetzen) Leckerli. In dem Fall, dass Du zu spät belohnst, wird Dein Hund sein richtiges Verhalten nicht mit Deinem Lob in Verbindung bringen können.

# 7: Routine

Zuhause im eigenen Garten ist Dein Hund lammfromm? Aber sobald Du Dich z. B. auf einer freien Wiese befindest, hast Du ihn nicht mehr unter Kontrolle? Das liegt wahrscheinlich daran, dass Du vieles (vorerst) nur an einem Ort trainiert hast, an dem Dein Hund so gut wie keiner Ablenkung ausgesetzt ist. Auf einer öffentlichen Wiese ist das etwas ganz anderes: Hier wird Dein Hund durch viele Gerüche fremder Hunde und anderer Tiere sowie durch Geräusche schnell abgelenkt. Daher solltest Du auch außerhalb des Gartens regelmäßig trainieren.

# 8: Zu wenige Anreize

Eine große Rolle spielt auch die Motivation Deines Hundes. Natürlich ist es schön, wenn Dein Hund die Grundkommandos wie Sitz, Platz, Pfötchen oder Bei Fuß kann. Aber mal ehrlich: Deinen Hund langweilt das schrecklich. Ein zufriedener Hund möchte gefordert werden und etwas leisten. Das stärkt sein Selbstbewusstsein und seine Motivation. Versteck-, Rückruf- und Schnüffelspiele, Hunde-Agility, Schwimmen etc. sind nur einige Möglichkeiten, wie Du Deinen Hund motivieren kannst.  

# 9: Keine sozialen Kontakte

Hunde lernen von anderen Hunden. Daher ist die Hundeschule erstens eine gute Möglichkeit Deinen Hund zu sozialisieren und zweitens eine tolle Option, durch die Dein Hund sich positive Verhaltensweisen von anderen Hunden abschauen und von ihnen lernen kann. Außerdem kannst Du Tipps und Tricks mit anderen Hundebesitzern austauschen und von Profis lernen.

Viel Spaß & Erfolg beim Trainieren!

Das könnte dich interessieren